Lesenswert: How to Plié

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Schon lange habe ich in der Lesenswertkategorie nichts mehr über das Clickern geteilt, Zeit wird es also. 😉

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Légèreté und Tölt?

Am vergangenen Wochenende war ich für einen Tages-Töltkurs auf dem Hof Pfaffenbuck in Ansbach angemeldet.

Fast alle unsere Ponys kommen von diesem Hof, deswegen fahre ich auch super gerne dort hin – zum einen kennen die Besitzer unsere Rasselbande noch sehr gut, zum anderen ist die Form der Ausbildung unseren Nasen vertraut. Leider konnte ich meine Rán nicht mitnehmen, lustigerweise ritt ich aber trotzdem eine Rán (und was für eine tolle Maus das war – leider fand sie die Idee hinter meinem Auto her nach Hause mitzulaufen eher doof, deswegen steht sie immer noch dort)

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Insgesamt waren wir 9 Teilnehmer, die meisten mit eigenem Pferd.  Zweimal je 45 Min Reitstunde stand auf dem Plan, und zwischendrin den anderen Teilnehmern zuschauen und lernen. Die waren alle richtig gut, was mich etwas nervös gemacht hat. In der Vormittagsrunde hatte ich Glück, ich war Nummer 9 und damit alleine! Also extra viel Aufmerksamkeit für mich und meine tausend Fehlerchen. Mein Muskelkater freut sich auch über so viel Aufmerksamkeit Ziel einer jeden Stunde war natürlich: Taktklarer Tölt. Was sich so einfach hinhört, ist es aber nicht – jeder Reiter eines Nicht-Naturtölters weiß genau, was ich meine. Die 3-Gangpferdereiter erinnere ich an ihre ersten Trabversuche, die sicher weder schwungvoll noch losgelöst waren 😉 Aber wie komme ich nun zu diesem Endziel? Andrea Christl, unsere Trainerin, hat genau gesehen, wo es bei wem hakt – bei mir in erster Linie an der Erfahrung (unsere Rán ist in gesunden Jahren von alleine getöltet, ich hab nur das Tempo reguliert) und an meinen Händen. Hm, da hab ich ja schon erstmal geschaut! Sonst wurde ich doch für meine Hände immer gelobt und meine Beine waren das Problem…

Demi-Arret?!

Die Rán dort töltet auch sehr schnell sauber an, aber man muss schon was tun. Und genau das war so mega spannend für mich: Ich sollte mit Hilfen der Légèreté den Tölt erarbeiten und erhalten. Wenig bis kaum treibende Hilfen mit den Beinen, sondern mehr aus dem Becken und der Körperspannung. Im Mittelpunkt für mich stand das sogenannte demi-arret.

Guérinière beschreibt diese halbe Parade wie folgt:

„Die erste Wirkung, mit der Hand nachzugeben, um das Pferd vorwärts gehen zu lassen, ist eine Bewegung, die durch Absenken der Hand und eine etwas abwärts gehende Drehung der Nägeln bewirkt wird. Die zweite Wirkung, das Anheben der Hand, erfolgt,
indem man sie dem Körper nähert und mit etwas aufwärts gedrehten Nägeln nach oben führt. Diese letzte Hilfe dient dazu, ein Pferd anzuhalten oder eine halbe Parade zu geben
oder es auch Rückwärts gehen zu lassen.“ [Über die Reitkunst]

In unserem Fall war es eben die halbe Parade, die dann eingesetzt wurde, wenn das Pferd begonnen hat, sich auf das Gebiss zu legen und sich nicht mehr selbst zu tragen. Das demi arrêt wird benutzt um ein Pferd anzuheben, das mit dem Kopf zu tief und damit mit dem Gewicht auf die Vorhand kommt (außerdem kann man es auch zum Anhalten und Rückwärtsrichten einsetzen). Am wichtigsten ist jedoch, das eine richtige Reaktion des Pferdes sofort mit einem Sinkenlassen der Hand (Descente de main) belohnt wird. Andrea erklärt es uns so: Wenn wir am Zügel nach hinten ziehen, verformt sich das Gebiss zu einem V, welches die Zunge beengt. Führen wir die Zügelhand leicht nach oben (und nicht im geringsten nach hinten), so wirken wir auf die Maulwinkel ein. Dadurch wird die Hilfe präziser. Wichtig ist natürlich, dass kein dauerhafter Zug entsteht, sondern nur ein kurzes „Ruckeln“ (das dürfte wieder jedem Tölter bekannt sein) – nur eben nicht nach hinten-oben, sondern nur nach oben.

An dieser Stelle hieß es früher immer: Setz dich mehr nach hinten, Schenkel ran, treiben, klatsch mal die Gerte auf den Po und vorne ziehst du rhythmisch (???) nach hinten. Pferd zwischen den Hilfen einrahmen, dann macht es das nicht mehr…
Ihr könnt euch vorstellen, dass das mit viel Kraftaufwand verbunden ist und nur mäßig funktioniert. Am Ende solcher Stunden sind für gewöhnlich beide fix und fertig und sonderlich freudig wohl weder Pferd noch Mensch.

Dieses Demi Arret war da für mich wie eine Offenbarung. Ich hab in den Stunden viel mit Stimme und eben solchen Paraden gearbeitet und hatte dadurch stellenweise (wirklich nur stellenweise, ein Wunder ist nicht geschehen) einen so lockeren Sitz, dass ich zum ersten Mal gespürt habe, ob das Pferd im Tölt eine Pass- oder Trabverschiebung bekommt.

Mehr davon! Am liebsten gleich

Wenn es auch nur ein kleiner Einblick in die klassischere Richtung war, so hat mir dieser genügt, um zu wissen: Da will ich mehr lernen, das interessiert mich. Fan von FN- Reiterei war ich ja noch nie, es muss mehr geben, als das. Und dieses mehr – das will ich suchen, lernen, verstehen und bewerten!

 

Lesetipps:

Zügel kurz, Hand hoch, Tölt? von Christina beschäftigt sich mit Klischees und falschen Hilfen im Tölt

Line von Kultreiter fragt sich, wann sich die Dressur wieder an ihre klassischen Wurzeln zurückerinnert – an Leichtigkeit und Losgelassenheit?

Lieblinge: Leckerlibeutel von Treusinn

DSC07124Elementar fürs Clickern ist ein passender Leckerlibeutel. Zwei Jahre hat mich mein erster begleitet und ist mir letztens leider zerbröselt. Daher musste möglichst schnell ein Ersatz her und an diesen hatte ich besondere Ansprüche:

  • Groß muss er sein
  • Verschließbar, damit auf längeren Spaziergängen oder wilden Freiarbeitseinheiten nicht alles hinausfällt
  • Das Material soll robust sein, viel aushalten und möglichst langlebig sein
  • Am liebsten nicht irgendwie im Ausland mit Stoffen hergestellt, bei denen man nicht weiß, mit was sie behandelt wurden
  • Die Krönung: Waschbar!
  • Tja – und weil man nicht genug Ansprüche haben kann, das ganze am liebsten in pink

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Die 5 hilfreichsten Bücher für deinen Start ins Clickertraining

Ich bin ja eine kleine Leseratte und wenn ich etwas lernen möchte, schaue ich gerne in das passende Sachbuch. Im Bereich Clickern mit Pferden gibt es eine wahre Fülle an Büchern, die dir den Einstieg in das Themengebiet erleichtern wollen. Hier stelle ich dir die fünf hilfreichsten Bücher für deinen Start ins Clickertraining vor. Natürlich sind alle Bücher auch für Fortgeschrittene Clickerer gut geeignet, da sie immer wieder einen Impuls oder Denkanstoß liefern 🙂

“Clickerfitte Pferde” von Viviane Theby, Katja Frey und Nina Steigerwald

Buchrezension "Clickerfitte Pferde" von Viviane Theby et al.

Viviane Theby ist für mich ein absolutes Vorbild und eine meiner liebsten Trainerinnen der Clickerszene. Zusammen mit zwei weiteren – sehr kompetenten – Praktikerinnen hat sie hier ein Buch auf die Beine stellt, das für Einsteiger und Fortgeschrittene wirklich keine Wünsche mehr offen lässt.

In einem Grundlagenteil wird die Theorie des Clickerns anschaulich, aber nicht zu lang erläutert. Im Praxisteil werden zunächst Grundlagenübungen, beispielsweise auch Höflichkeitsübungen, anschaulich vorgestellt und beschrieben. Weiterhin gibt es Kapitel zum Thema “Entspannendes”, “Gymnastik im Stehen” (aktuell mein Lieblingsteil für Anregungen), “Pferd in Bewegung” (hier werden Clickeranregungen beim Reiten selbst gegeben), “Übungen für den Menschen” (klasse finde ich hier die Idee, dass sich zwei Menschen gegenseitig clickern, um diese Trainingsart besser nachvollziehen zu können) und “Medical Training” (also Vorbereitung für entspannte Tierarzt-Besuche). Alle Kapitel gleichen einem Sammelsurium an tollen Ideen.

Was mich an diesem Buch überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Sinnvolle Übungseinheiten und gut durchdachte Problembewältigungsstrategien werden anschaulich dargestellt. Der Text lässt sich leicht nachvollziehen und die tollen und vor allem vielen Bilder erklären das Vorgehen immer Schritt für Schritt.
  •  Der Aufbau der einzelnen Übungsanregungen: Zu Beginn gibt es immer eine kurze Einführung, sowie eine Auflistung der benötigten Materialien. Danach folgt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die die Übung in Einzelschritte runterbricht und so einen genauen Plan für das erfolgreiche Clickertraining bietet. Abgerundet wird jede Übung von einer Auflistung möglicher Variationen, sowie einem Schaukasten, der den Nutzen der Übung kurz und prägnant zusammenfasst.

„Pferde gymnastizieren mit dem Clicker“ von Viviane Theby

41967Aufbauend auf das Buch „Clickerfitte Pferde“ gibt es ein zweites Lehrbuch von Frau Theby, das aus meiner Sicht das erste perfekt ergänzt. In diesem Buch geht es nicht mehr so sehr um die Grundlagen und die Theorie, und auch nicht um Spiele oder Zirzensik mit dem Pferd. Stattdessen wird hier aufgezeigt, wie man ein Pferd mit Hilfe des Clickertrainings gesund gymnastizieren kann und somit beispielsweise auf dessen Aufgabe als Reitpferd vorbereiten kann.

Die Grundsätze der Biomechanik eines Pferdes werden hier aktiv angewandt. Einzelne Kapitel dienen dazu, den eigenen Blick auf das Pferd besser zu schulen und beispielsweise dessen Händigkeit zu erkennen. Grob lässt sich das Buch in drei Ausbildungsabschnitte einteilen, die optimalerweise der Reihe nach mit dem Pferd erarbeitet werden: Vorbereitende Bodenarbeit, hier wird beispielsweise auf Seitengänge an der Hand eingegangen, Longieren und schlussendlich Reiten. Obacht! Dieses Buch sollte nicht als Einstiegsbuch gelesen werden, hier muss man schon ein bisschen fitter in Sachen Timing sein – dann klappt es super 🙂

Was mich an diesem Buch überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Auch hier gibt es wieder einen sehr sachlogischen Aufbau, die Kapitel gehen in optimaler Länge auf das Thema ein und lassen nichts zu kurz kommen.
  • Wie bereits im ersten Buch ergänzen hier die Checklisten und die Fotos den Text optimal, und vereinfachen so das Lernen

„It’s Showtime“ von Sylvia Czarnecki

its_showtimeIn diesem feinen Buch dreht sich alles um die bekannten Zirkuslektionen, wie beispielsweise dem Kompliment oder dem Apportieren, aber auch witzigen Tricks, wie beispielsweise Jacke ausziehen. Alles in allem also die perfekte Grundlage um für die nächste Stallfeier eine kleine Show zu planen 😉 Sylvia geht zunächst auf Grundlagen ein – was mir hier besonders gefällt ist, dass sie auch Hinweise zur Sicherheit von Pferd und Mensch gibt, sowie auf die Pferdegesundheit hinweist (man kann mit dem Clicker jedem Pferd alles beibringen, sollte ihm aber nur das beibringen, was es gesundheitlich gut leisten kann!). Im Praxisteil werden die einzelnen Übungen ausführlich vorgestellt. Für mich eignet sich dieses Buch sowohl für Einsteiger – weil schnelle Erfolgserlebnisse möglich sind, aber auch für Fortgeschrittene, weil die Autorin neue Denkanstöße liefert. Super ist auch, dass eine Übung nie nur einen Erarbeitungsweg hat, sondern immer verschiedene Ansätze für Mensch und Pferd gegeben werden, so dass du sicherlich den richtigen Weg finden wirst!

Was mich an diesem Buch überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Die Erklärungen sind wirklich leicht nachzuvollziehen und daher ist es kein Problem, die Übungen selbst anzuwenden
  • Die Autorin schlägt immer wieder verschiedene Variationen vor
  • Es wird sehr schön erklärt, dass Zirkuslektionen das Vertrauen zwischen Mensch und Pferd spielerisch stärken können und dass diese nebenbei auch der Gesunderhaltung und Gymnastizierung des Pferdes dienen können

„Lernspiele für Pferde“ von Nathalie Penquitt

lernspiele_fuer_pferde_300Auch wenn dieses Buch nicht primär vom Clickern spricht, so ist es doch – für mich – eine optimale Ergänzung in meinem Bücherregal. Dieses Buch bietet eine Fülle an Anregungen für Spiele und Kunststücke, die man seinem Pferd beibringen kann. Mit Unterstützung zahlreicher Bilder und möglichen Problemen ist hier ein abwechslungsreiches Buch gelungen, das auch außerhalb des Internets für Anregung sorgt!

Was mich an diesem Buch überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Es werden verschiedene Charaktertypen Pferd vorgestellt, z.B. der Kasper oder der Musterschüler, und diesen passende Übungen zugeordnet. So fällt es – gerade zu Beginn – leichter, herauszufinden, welche Spiele für das eigene Pferd gut geeignet sein könnten! (Eine solche Einteilung gibt es hier übrigens auch für den Menschen – sehr amüsant 😉 )
  • Es werden nicht einfach nur Spiele vorgestellt, sondern auch mögliche Probleme benannt und Lösungsideen vorgegeben. Außerdem wird auch immer der positive Effekt eines Spieles betont. So sieht man gleich: Spielen macht Spaß und kann zeitgleich einen Sinn haben (auch wenn es das nicht immer muss 😉 )

Der Clickerkurs von Babette Teschen und Tania Konnerth

clickerkursDas ist das wohl umfangreichste Buch, dass du am Markt finden wirst. Gleichsam ist es auch teurer, als die kleinen Taschenbücher, aber lass dich davon nicht abschrecken!

Der Clickerkurs besteht aus drei Teilbüchern und wird durch ein umfangreiches Videomaterial ergänzt. Im grundlegenden Basisteil wird der Zugang zum Clickertraining vorgestellt, erläutert was Clickern eigentlich ist und wie es funktioniert und auch warum es so gut funktioniert. Wer diesen Teil gelesen hat, ist wirklich gut informiert und kann auch auf nervige Nachfragen a la „Der macht das doch nur wegen den Leckerlis“ gut kontern. Im Praxisteil 1 werden erste Übungen vorgestellt, hier geht es vor allem um alltägliche Dinge im Umgang mit einem Pferd (zum Beispiel sehr gut geeignet für Jungpferdebesitzer), aber auch um erste Spielereien mit dem Pferd. Im Praxisteil 2 werden diese Übungen mit konkreten und schwierigeren Bodenarbeitselementen ergänzt. Zusätzlich geht es hier darum, wie man das Clickern auch auf Longieren und Reiten übertragen kann – wie also durch Clickern ein Reitpferd ausgebildet werden kann. Die vielen Videos nebenbei visualisieren diese Beispiele!

Was mich am Clickerkurs so überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Er ist wirklich umfangreich und lässt nichts aus (egal ob Grundlagen, Checklisten oder mögliche Fehlerquellen), so dass man hier ein sehr gutes Lehrbuch an der Hand hat und den Einstieg auch ohne Trainer ganz gut bewältigen kann.
  • Babette Teschen und Tania Konnerth schaffen es, die einzelnen Übungen in einfachen Worten, sowie kurz und prägnant so zu erklären, dass man sie zu 100% selbst anwenden kann

Video gefällig?

30749Und wer den Einstieg lieber via Videos und Tutorials machen möchte, dem lege ich die DVD „Clickertraining für Einsteiger“ von Viviane Theby und Nina Steigerwald ans Herz. Auf dieser DVD werden authentische Trainingssituationen gezeigt, bei der nicht Experten agieren, sondern deren Schüler. Das heißt, dass nicht alles glatt läuft, sondern auch Fehler gemacht werden – so erhält man einen rundum Einblick darüber, was alles passieren kann und wie man dies verhindern kann. Die DVD schafft einen guten Einstieg mit Trainingsspielen für Menschen, um das richtige Timing zu lernen, bevor es dann an die grundlegenden Übungen, wie beispielsweise die Konditionierung auf den Clicker oder auch die Höflichkeit, geht.

Die DVD geht insgesamt über zwei Stunden und bietet auch dann noch interessante Anreize, wenn man schon eine Weile clickert. Hier absolute Daumen hoch-Empfehlung von mir! 🙂

Fazit

Wenn du dich jetzt nicht entscheiden kannst, welches du am ehesten kaufen sollst, kann ich dir ja nur zu allen fünfen raten 😉 Denn: Mit diesen fünf Büchern bist du wirklich perfekt gerüstet für deinen Start ins Clickertraining! Sowohl, was die lernpsychologischen Grundlagen betrifft, als auch die Themen „Timing“ und „Trainingsaufbau“ kriegst du hier eine super Basis, die du dann in die Praxis umsetzen kannst. (Willst du trotzdem nur eines kaufen, dann wäre mein Tipp der „Clickerkurs“, weil er einfach alles in einem vereint!)

Nichtsdestotrotz ist es nie verkehrt, mit einem Trainer zusammenzuarbeiten – kein Buch der Welt kann eine Praxisstunde ersetzen 😉

Extra Tipp von mir: Filme deine Trainingseinheiten, für einen noch größeren Lerneffekt!

Lesenswert: Cross-Over Pferde – von einer Trainingsmethode zur anderen

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Für meinen heutigen Lesetipp habe ich einen tollen Artikel von Kathrin Wycisk über das ——-> Crossoverpferd. <——-

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Wie du durch Clickern zum Filmstar wirst

Spannende Überschrift, oder? 😉 Clickertraining und Filmstar?

Sei ehrlich – hast du dich kurz in einer glänzenden Robe über einen roten Teppich vor einem ganz bestimmten Academyhaus in L.A. gesehen? Deinen Namen in einem innerlich ablaufenden Abspann gefeiert?

Weiterlesen

Lesenswert: Interview mit Tòti

IMG_0228Heute mal was ganz anderes! Vor kurzem wurde ein sehr schönes und ausführliches Interview mit Þórarinn Eymundsson auf dem Islandpferdeportal veröffentlicht. Der Reitmeister spricht über sein Pferd Kraftur, welches wahrscheinlich jedem Isireiter ein Begriff ist, nicht zuletzt durch den Film, über seine Einschätzungen der Islandszene in Deutschland, vergleicht die Trainings in Deutschland und Island und zeigt mit seinen Worten deutlich, dass nicht jeder Isländer sich aufs Pferd setzt, mit Kandare und Sperriemen hebelt, und mit Zwang und Druck  nach vorne reitet. Für mich ein sehr gelungenes Interview, was absolut lesenswert ist 🙂

Bitte hier klicken, um direkt zum Interview zu gelangen!

Pferdige Ikea Hacks – Teil 2

„Alltagsgegenstände aus dem Möbelhaus“ und wie ich sie für den Stall verwenden kann.

Weiter geht es mit den Hacks aus Möbelhäusern, Baumärkten und Co für den Stall. Im heutigen Teil fokusiere ich mich auf Gegenstände, die man wunderbar für Bodenarbeit, Clickertraining oder auch für Gelassenheitstraining einsetzen kann. Vorweg schon mal eins: Gerade weil es für diese Bereiche nur wenig Angebot der gängigen Pferdemarken gibt, ist der allgemeine Bodenarbeiter sehr erfinderisch und wahnsinnig gut im Zweckentfremden! Daher habe ich mich dazu entschlossen, diesen Teil auf zwei Blogartikel aufzuteilen, sonst bist du völlig erschlagen von so viel Zeug 😉

2. Kategorie: Gelassenheitsprüfung – Elemente für das Training am Stall

 

  • Duschvorhang FJÄRDGRUND (1,99):

Den Duschvorhang von unten in Streifen schneiden (zum oberen Ende hin ca 30 cm ungeschnitten lassen), an einem Tor aufhängen (oder andere Befestigungsmöglichkeit suchen) und schon hast du  einen billigen und robusten Flattervorhang, der perfekt für GHP ist. Aufhängen kannst du ihn beispielsweise mit passenden Duschvorhangaufhängern oder mit Seil.

Natürlich kannst du auch aus Absperrband einen herrlichen Flattervorhang bauen! Beim Duschvorhang kannst du die Breite der Streifen selbst bestimmen – und damit für Abwechslung sorgen. Außerdem kannst du auch einen schweren Vorhangstoff wählen, der dann andere Geräusche beim Flattern macht. Ich kann mir sehr gut eine Kombination aus beiden Flatterbändern am Platz vorstellen 🙂

  • Auch einen Pavillon findet man bei Ikea, den man ebenfalls vielfältig einsetzen kann:

Einmal kannst du darin ganz wunderbar das selbstgebastelte Flatterband befestigen. Du kannst sogar ein ganzes Flatterbandhindernis herstellen (beispielsweise an einer Seite das Duschvorhangband, an einer anderen Absperrflatterband und dann eine 8 reiten, oder innendrin stehenbleiben (gerade bei Wind eine große Herausforderung!).

Der Pavillion kann aber auch beispielsweise als Fahrhindernis genutzt werden (enge Kurven).

Wenn du zwei oder mehr Seiten abhängst, entsteht eine enge Situation, mit der du super trainieren kannst. Ebenso kannst du damit Schritt für Schritt das Verladen üben – zunächst im offenen Pavillion stehenbleiben, danach eine Seite abhängen und so weiter, meistert das Pferd diese Herausforderung gut, kannst du langsam an ein Ende den Hänger setzen und schlussendlich den Pavillion ganz weglassen 🙂

Ganz nebenbei bietet der Pavillion auch Schatten – und damit einen geeigneten Sitzplatz für dich, für Richter, für Zuschauer… 😉

Kostenpunkt bei Ikea: 15 Euro. Achte im Frühling auf Angebote – da gibt es in vielen Baumärken Pavillions!

  • Blaue Plane (bei Ikea FRAKTA 5,99; sonst Baumarkt):

Ebenfalls hervorragend zur Desensibilisierung geeignet – einwicklen, drüberstreichen, drunter durchgehen, drüber gehen.

Quelle: Familie Benger

Quelle: Familie Benger

Sonst ist so eine Plane eine günstige Alternative für einen Wassergraben zum Springtraining (mit zwei Bodenstangen oder Sandsäcken hält sie auch sehr gut am Boden).

"Ihhhh...Wasser???!!" Quelle: Familie Benger

„Ihhhh…Wasser???!!“
Quelle: Familie Benger

Natürlich kannst du so eine Plane auch fürs Mattentraining zum Parken benutzen 🙂

  • Die blaue Tüte (0,50):

Das ist für mich das wohl vielfältigste Modell, welches Ikea im Angebot hat! Neben der superguten Heuportionierungsfähigkeit und Lagerung von Dingen an Deckenhaken (so S-Haken in der Decke) – damit es vor Mäusen geschützt ist, kann man mit so einer Tüte auch sonst viel Schabernack machen.

Beispielsweise kannst du sie für das Mattentraining hernehmen, also einen Punkt fixieren, an dem das Pferd ruhig stehenbleiben soll.

Das Pferd kann sie auch aufnehmen und rumtragen/schütteln, etc.

Quelle: Akki Schubert von Führpferd

Quelle: Akki Schubert von Führpferd

Da die Tüte so raschelt und knistert und noch dazu blau ist, also von Pferdeaugen sehr gut wahrgenommen werden kann, kannst du hier ebenfalls Antischrecktraining machen. Das könnte wie folgt aussehen:

  1. Schau mal – eine blaue Rascheltüte? Kannst du sie aus der Ferne begutachten?
  2. Ist es ok, wenn ich damit neben dir raschele und sie bewege?
  3. Kann ich das auch machen, wenn du die Tüte nicht mehr so gut siehst?
  4. Traust du dich, die Tüte anzuschnubbern? (Ist bei Rán immer ein guter Anfang ein Schreckgespenst zu minimieren)
  5. Ist es ok, wenn die Tüte dich am Körper berührt?

Dein Pferd ist ganz schön mutig, wenn diese 5 Fragen vollkommen in Ordnung sind!! Hier gilt – wie immer bei solchen Desensibilisierungsübungen – bloß nichts überhasten und die Sorge des Pferdes ernst nehmen. Natürlich kann der Aufbau auch völlig anders erfolgen, das ist nur eine Idee, wie es bei Rán sehr gut funktionieren könnte! Akki von Führpferd arbeitet ganz viel mit solchen Tüten und zeigt Möglichkeiten dafür hier mit ihrem eigenen Pferd Suri und hier mit einem Ausbildepferd.

  • Der Baumarkteimer

In jedem Baumarkt gibt es sie – die Eimerstapel an den Regalenden. Meistens sind diese sehr billig (bei uns kosten die circa 1 Euro pro Stück) – damit eignen sich diese dann hervorragend zur Begrenzung, beispielsweise von Gassen. Ein typisches Element einer GHP ist beispielsweise das Pferd mit einer Plane zu berühren, ohne dass sich dieses groß bewegt – deshalb steht das Pferd in einer Eimergasse – fällt ein Eimer gibt es eine schlechtere Note!

Aber auch sonst ist so ein Eimer natürlich äußerst praktisch an einem Stall 😉 Da fallen dir bestimmt noch 1000 weitere (Schabernack-)Ideen ein!

ReitTV hat einen sehr schönen Videobeitrag über GHPs verfasst, bei dem du dir auch nochmal viel Anregung für Trainingselemente holen kannst!

Auf Youtube finden sich noch viel mehr tolle Videos zu diesem Thema! 🙂

Hast du noch mehr Ideen? Wir haben bei uns keinen Platz, um solche großen Elemente aufzubauen, aber in einem alten Stall haben wir viel GHP-Elemente gehabt und ich fand es immer sehr spaßig, die in das tägliche Training einzubauen. Praktischerweise hatte meine damalige Reitbeteiligung dann auch vor gar nix mehr Angst im Gelände. Egal, was da kam – es war nicht schlimm, und wenn doch, dann hatten wir einen guten Ablauf, wie man das Schreckgespenst besiegen konnte 🙂 Das zeigt doch mal wieder: Der vermeintliche Quatsch ist eigentlich ganz schön sinnvoll – und ist es nicht sehr schön, wenn man sinnvolles Training mit Spaß für Pferd und Mensch verbinden kann? Ich finde: JA!

Macht hier jemand ganz aktiv GHP?

Dich interessieren noch mehr Möglichkeiten Alltagsgegenstände für den Stall zweckzuentfremden? Im Teil 1 ging es um Cavalettis und Hindernisse – hier kannst du das nochmal nachlesen! Außerdem habe ich mir mal die Mühe gemacht und zusammengeschrieben, wie vielfältig man das Lilla-Töpfchen einsetzen kann – das kannst du hier nochmal nachlesen! 🙂 Im nächsten Teil geht es dann weiter mit Gegenständen zum Clickern!

7 Gründe, warum du anfangen solltest zu clickern

Clickertraining ist eine großartige Trainingsweise: Es macht Spaß, ist dynamisch, macht dich kreativ, vereint dich und dein Pferd zu einer tollen Einheit…! Trotzdem lebst du noch ohne? Dann habe ich hier 7 Gründe, warum du wirklich anfangen solltest zu clickern!

P.S.: Für alle eingefleischten Clickerer sind diese Gründe ebenfalls  gut geeignet – damit könnt ihr nämlich den „Rest“ von unserer tollen Trainingsweise überzeugen 🙂

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Bildmomente: Schneeimpressionen

Ich weiß, ich weiß, bald kann ihn keiner mehr sehen – diesen Schnee. Aber bevor es eklig und matschig wird und wir den Frühling immer mehr herbeisehnen, habe ich noch einmal meine schönsten Winterbilder dieser Saison zusammengekramt. Also schnappt euch … Weiterlesen