Lesenswert: How to Plié

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Schon lange habe ich in der Lesenswertkategorie nichts mehr über das Clickern geteilt, Zeit wird es also. 😉

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Lieblinge: Leckerlibeutel von Treusinn

DSC07124Elementar fürs Clickern ist ein passender Leckerlibeutel. Zwei Jahre hat mich mein erster begleitet und ist mir letztens leider zerbröselt. Daher musste möglichst schnell ein Ersatz her und an diesen hatte ich besondere Ansprüche:

  • Groß muss er sein
  • Verschließbar, damit auf längeren Spaziergängen oder wilden Freiarbeitseinheiten nicht alles hinausfällt
  • Das Material soll robust sein, viel aushalten und möglichst langlebig sein
  • Am liebsten nicht irgendwie im Ausland mit Stoffen hergestellt, bei denen man nicht weiß, mit was sie behandelt wurden
  • Die Krönung: Waschbar!
  • Tja – und weil man nicht genug Ansprüche haben kann, das ganze am liebsten in pink

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Die 5 hilfreichsten Bücher für deinen Start ins Clickertraining

Ich bin ja eine kleine Leseratte und wenn ich etwas lernen möchte, schaue ich gerne in das passende Sachbuch. Im Bereich Clickern mit Pferden gibt es eine wahre Fülle an Büchern, die dir den Einstieg in das Themengebiet erleichtern wollen. Hier stelle ich dir die fünf hilfreichsten Bücher für deinen Start ins Clickertraining vor. Natürlich sind alle Bücher auch für Fortgeschrittene Clickerer gut geeignet, da sie immer wieder einen Impuls oder Denkanstoß liefern 🙂

“Clickerfitte Pferde” von Viviane Theby, Katja Frey und Nina Steigerwald

Buchrezension "Clickerfitte Pferde" von Viviane Theby et al.

Viviane Theby ist für mich ein absolutes Vorbild und eine meiner liebsten Trainerinnen der Clickerszene. Zusammen mit zwei weiteren – sehr kompetenten – Praktikerinnen hat sie hier ein Buch auf die Beine stellt, das für Einsteiger und Fortgeschrittene wirklich keine Wünsche mehr offen lässt.

In einem Grundlagenteil wird die Theorie des Clickerns anschaulich, aber nicht zu lang erläutert. Im Praxisteil werden zunächst Grundlagenübungen, beispielsweise auch Höflichkeitsübungen, anschaulich vorgestellt und beschrieben. Weiterhin gibt es Kapitel zum Thema “Entspannendes”, “Gymnastik im Stehen” (aktuell mein Lieblingsteil für Anregungen), “Pferd in Bewegung” (hier werden Clickeranregungen beim Reiten selbst gegeben), “Übungen für den Menschen” (klasse finde ich hier die Idee, dass sich zwei Menschen gegenseitig clickern, um diese Trainingsart besser nachvollziehen zu können) und “Medical Training” (also Vorbereitung für entspannte Tierarzt-Besuche). Alle Kapitel gleichen einem Sammelsurium an tollen Ideen.

Was mich an diesem Buch überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Sinnvolle Übungseinheiten und gut durchdachte Problembewältigungsstrategien werden anschaulich dargestellt. Der Text lässt sich leicht nachvollziehen und die tollen und vor allem vielen Bilder erklären das Vorgehen immer Schritt für Schritt.
  •  Der Aufbau der einzelnen Übungsanregungen: Zu Beginn gibt es immer eine kurze Einführung, sowie eine Auflistung der benötigten Materialien. Danach folgt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die die Übung in Einzelschritte runterbricht und so einen genauen Plan für das erfolgreiche Clickertraining bietet. Abgerundet wird jede Übung von einer Auflistung möglicher Variationen, sowie einem Schaukasten, der den Nutzen der Übung kurz und prägnant zusammenfasst.

„Pferde gymnastizieren mit dem Clicker“ von Viviane Theby

41967Aufbauend auf das Buch „Clickerfitte Pferde“ gibt es ein zweites Lehrbuch von Frau Theby, das aus meiner Sicht das erste perfekt ergänzt. In diesem Buch geht es nicht mehr so sehr um die Grundlagen und die Theorie, und auch nicht um Spiele oder Zirzensik mit dem Pferd. Stattdessen wird hier aufgezeigt, wie man ein Pferd mit Hilfe des Clickertrainings gesund gymnastizieren kann und somit beispielsweise auf dessen Aufgabe als Reitpferd vorbereiten kann.

Die Grundsätze der Biomechanik eines Pferdes werden hier aktiv angewandt. Einzelne Kapitel dienen dazu, den eigenen Blick auf das Pferd besser zu schulen und beispielsweise dessen Händigkeit zu erkennen. Grob lässt sich das Buch in drei Ausbildungsabschnitte einteilen, die optimalerweise der Reihe nach mit dem Pferd erarbeitet werden: Vorbereitende Bodenarbeit, hier wird beispielsweise auf Seitengänge an der Hand eingegangen, Longieren und schlussendlich Reiten. Obacht! Dieses Buch sollte nicht als Einstiegsbuch gelesen werden, hier muss man schon ein bisschen fitter in Sachen Timing sein – dann klappt es super 🙂

Was mich an diesem Buch überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Auch hier gibt es wieder einen sehr sachlogischen Aufbau, die Kapitel gehen in optimaler Länge auf das Thema ein und lassen nichts zu kurz kommen.
  • Wie bereits im ersten Buch ergänzen hier die Checklisten und die Fotos den Text optimal, und vereinfachen so das Lernen

„It’s Showtime“ von Sylvia Czarnecki

its_showtimeIn diesem feinen Buch dreht sich alles um die bekannten Zirkuslektionen, wie beispielsweise dem Kompliment oder dem Apportieren, aber auch witzigen Tricks, wie beispielsweise Jacke ausziehen. Alles in allem also die perfekte Grundlage um für die nächste Stallfeier eine kleine Show zu planen 😉 Sylvia geht zunächst auf Grundlagen ein – was mir hier besonders gefällt ist, dass sie auch Hinweise zur Sicherheit von Pferd und Mensch gibt, sowie auf die Pferdegesundheit hinweist (man kann mit dem Clicker jedem Pferd alles beibringen, sollte ihm aber nur das beibringen, was es gesundheitlich gut leisten kann!). Im Praxisteil werden die einzelnen Übungen ausführlich vorgestellt. Für mich eignet sich dieses Buch sowohl für Einsteiger – weil schnelle Erfolgserlebnisse möglich sind, aber auch für Fortgeschrittene, weil die Autorin neue Denkanstöße liefert. Super ist auch, dass eine Übung nie nur einen Erarbeitungsweg hat, sondern immer verschiedene Ansätze für Mensch und Pferd gegeben werden, so dass du sicherlich den richtigen Weg finden wirst!

Was mich an diesem Buch überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Die Erklärungen sind wirklich leicht nachzuvollziehen und daher ist es kein Problem, die Übungen selbst anzuwenden
  • Die Autorin schlägt immer wieder verschiedene Variationen vor
  • Es wird sehr schön erklärt, dass Zirkuslektionen das Vertrauen zwischen Mensch und Pferd spielerisch stärken können und dass diese nebenbei auch der Gesunderhaltung und Gymnastizierung des Pferdes dienen können

„Lernspiele für Pferde“ von Nathalie Penquitt

lernspiele_fuer_pferde_300Auch wenn dieses Buch nicht primär vom Clickern spricht, so ist es doch – für mich – eine optimale Ergänzung in meinem Bücherregal. Dieses Buch bietet eine Fülle an Anregungen für Spiele und Kunststücke, die man seinem Pferd beibringen kann. Mit Unterstützung zahlreicher Bilder und möglichen Problemen ist hier ein abwechslungsreiches Buch gelungen, das auch außerhalb des Internets für Anregung sorgt!

Was mich an diesem Buch überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Es werden verschiedene Charaktertypen Pferd vorgestellt, z.B. der Kasper oder der Musterschüler, und diesen passende Übungen zugeordnet. So fällt es – gerade zu Beginn – leichter, herauszufinden, welche Spiele für das eigene Pferd gut geeignet sein könnten! (Eine solche Einteilung gibt es hier übrigens auch für den Menschen – sehr amüsant 😉 )
  • Es werden nicht einfach nur Spiele vorgestellt, sondern auch mögliche Probleme benannt und Lösungsideen vorgegeben. Außerdem wird auch immer der positive Effekt eines Spieles betont. So sieht man gleich: Spielen macht Spaß und kann zeitgleich einen Sinn haben (auch wenn es das nicht immer muss 😉 )

Der Clickerkurs von Babette Teschen und Tania Konnerth

clickerkursDas ist das wohl umfangreichste Buch, dass du am Markt finden wirst. Gleichsam ist es auch teurer, als die kleinen Taschenbücher, aber lass dich davon nicht abschrecken!

Der Clickerkurs besteht aus drei Teilbüchern und wird durch ein umfangreiches Videomaterial ergänzt. Im grundlegenden Basisteil wird der Zugang zum Clickertraining vorgestellt, erläutert was Clickern eigentlich ist und wie es funktioniert und auch warum es so gut funktioniert. Wer diesen Teil gelesen hat, ist wirklich gut informiert und kann auch auf nervige Nachfragen a la „Der macht das doch nur wegen den Leckerlis“ gut kontern. Im Praxisteil 1 werden erste Übungen vorgestellt, hier geht es vor allem um alltägliche Dinge im Umgang mit einem Pferd (zum Beispiel sehr gut geeignet für Jungpferdebesitzer), aber auch um erste Spielereien mit dem Pferd. Im Praxisteil 2 werden diese Übungen mit konkreten und schwierigeren Bodenarbeitselementen ergänzt. Zusätzlich geht es hier darum, wie man das Clickern auch auf Longieren und Reiten übertragen kann – wie also durch Clickern ein Reitpferd ausgebildet werden kann. Die vielen Videos nebenbei visualisieren diese Beispiele!

Was mich am Clickerkurs so überzeugt, sind folgende Dinge:

  • Er ist wirklich umfangreich und lässt nichts aus (egal ob Grundlagen, Checklisten oder mögliche Fehlerquellen), so dass man hier ein sehr gutes Lehrbuch an der Hand hat und den Einstieg auch ohne Trainer ganz gut bewältigen kann.
  • Babette Teschen und Tania Konnerth schaffen es, die einzelnen Übungen in einfachen Worten, sowie kurz und prägnant so zu erklären, dass man sie zu 100% selbst anwenden kann

Video gefällig?

30749Und wer den Einstieg lieber via Videos und Tutorials machen möchte, dem lege ich die DVD „Clickertraining für Einsteiger“ von Viviane Theby und Nina Steigerwald ans Herz. Auf dieser DVD werden authentische Trainingssituationen gezeigt, bei der nicht Experten agieren, sondern deren Schüler. Das heißt, dass nicht alles glatt läuft, sondern auch Fehler gemacht werden – so erhält man einen rundum Einblick darüber, was alles passieren kann und wie man dies verhindern kann. Die DVD schafft einen guten Einstieg mit Trainingsspielen für Menschen, um das richtige Timing zu lernen, bevor es dann an die grundlegenden Übungen, wie beispielsweise die Konditionierung auf den Clicker oder auch die Höflichkeit, geht.

Die DVD geht insgesamt über zwei Stunden und bietet auch dann noch interessante Anreize, wenn man schon eine Weile clickert. Hier absolute Daumen hoch-Empfehlung von mir! 🙂

Fazit

Wenn du dich jetzt nicht entscheiden kannst, welches du am ehesten kaufen sollst, kann ich dir ja nur zu allen fünfen raten 😉 Denn: Mit diesen fünf Büchern bist du wirklich perfekt gerüstet für deinen Start ins Clickertraining! Sowohl, was die lernpsychologischen Grundlagen betrifft, als auch die Themen „Timing“ und „Trainingsaufbau“ kriegst du hier eine super Basis, die du dann in die Praxis umsetzen kannst. (Willst du trotzdem nur eines kaufen, dann wäre mein Tipp der „Clickerkurs“, weil er einfach alles in einem vereint!)

Nichtsdestotrotz ist es nie verkehrt, mit einem Trainer zusammenzuarbeiten – kein Buch der Welt kann eine Praxisstunde ersetzen 😉

Extra Tipp von mir: Filme deine Trainingseinheiten, für einen noch größeren Lerneffekt!

Wie du durch Clickern zum Filmstar wirst

Spannende Überschrift, oder? 😉 Clickertraining und Filmstar?

Sei ehrlich – hast du dich kurz in einer glänzenden Robe über einen roten Teppich vor einem ganz bestimmten Academyhaus in L.A. gesehen? Deinen Namen in einem innerlich ablaufenden Abspann gefeiert?

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Grundlagen: Die Entspannung

Neben der Höflichkeit gibt es ein großes Thema, welches man bereits ganz am Anfang mit dem Pferd üben sollte: Die Entspannung!

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Viele Pferde sind so begeistert vom Clickern, dass sie regelrecht aufdrehen – wie ein kleines Kind, das so viel Spaß hat und es einfach völlig übertreibt. Das Lernen dann nicht mehr so gut funktioniert, kannst du dir sicherlich gut vorstellen 😉 Und genau da greift sie dann – die Entspannung. Wenn du deinem Pferd gezielt Übungen beibringst, die es in den Entspannungsmodus bringen, kannst du in eure Clickereinheiten immer wieder Ruhe bringen und somit eine positive Lernatmosphäre aufrecht erhalten.

Lesetipp: Miri von MeinFaible schreibt hier über das Energiekarussell einer Trainingseinheit und wie du als Mensch es steuern kannst. 🙂

Eine sehr gute Übung ist dabei das „Kopf tief“, denn entspannte Pferde erkennt man an einem tief getragenen Kopf, zum Beispiel beim Dösen oder beim Fressen. Wir nutzen also eine natürliche Entspannungshaltung für unser Training! 🙂 Hierfür gibt es viele verschiedene Wege, wie du dies erarbeiten kannst.

1. Freies Formen

Beim freien Formen bestärkst du dein Pferd, wenn es von selbst ein gewünschtes Verhalten zeigt. In unserem Fall könnte das folgende Situation sein: Du verbringst Zeit mit deinem Pferd auf dem Paddock, es döst ein bisschen und lässt dabei den Kopf fallen. Jetzt clickst du und bestärkst damit das von dir gewünschte Verhalten „Kopf tief“. Für dein Pferd ist das ganze aber noch ein bisschen wie Topfschlagen – du sagst zwar „heiß, heiß, heiß“ aber das richtige Verhalten ist dem Pferd noch nicht ganz klar, es hat ja grad nicht nur den Kopf tief gehabt, sondern auch gedöst, vielleicht ein Bein angewinkelt etc. Was ich damit sagen will? Du brauchst auch hier natürlich viel Geduld! Jedesmal wenn dein Pferd seinen Kopf auch nur einen Zentimeter nach unten bewegt, solltest du sofort dieses Verhalten mit C+B bestärken! Mit der Zeit wird dein Pferd am Topf angekommen sein, also verstehen, dass der gesenkte Kopf das Leckerli bringt. Dann wird es Zeit für die Signalkontrolle, damit dein Pferd nicht ab jetzt nur noch mit hängendem Kopf durch die Gegend schlurft 😉

2. Mit Hilfestellung arbeiten

Wenn dein Pferd nicht von alleine den Kopf tiefnimmt, kannst du ihm eine kleine Hilfestellung geben, indem du zum Beispiel das Genick kraulst oder ganz sanft (!!!) am Strick zupfst, um die Richtung vorzugeben. Es kann auch helfen, wenn du mit deiner Körpersprache einen Hinweis gibst und dich selbst völlig entspannt in die Tiefe begibst (bei Rán hat das zum Beispiel gut funktioniert!). Sobald dein Pferd seinen Kopf dann ein wenig senkt, lobst du es sofort – am besten gibst du das Leckerli in der tieferen Kopfhaltung, um diese noch mehr zu bestärken!

Obacht! Du solltest diese Hilfestellungen nicht allzu lange vorgeben, denn der Lerneffekt dieser Übung ist viel positiver, wenn dein Pferd von alleine den Kopf senkt 🙂

3. Targettraining

Als dritte Möglichkeit das „Kopf tief“ zu erarbeiten, bietet sich das Targettraining an. Natürlich solltest du dafür bereits ein Target etabliert haben 🙂

Du bietest deinem Pferd euer Target an (in unserem Fall eine riesige XXL-Fliegenklatsche) und führst dies langsam in Richtung Boden – dein Pferd sollte automatisch mit der Nase mitkommen. Wichtig hier ist, dass dein Pferd nicht in das Target beißt, egal wo, sondern wirklich nur mit der Nase folgt. Weil Rán gern in alles reinbeißt hat diese Möglichkeit bei uns zum Beispiel gar nicht funktioniert!

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Du siehst – es gibt ganz viele Möglichkeiten, wie du deinem Pferd diese Übung beibringen kannst. Auch hier gilt – wie immer beim Clickern – du musst dir gut überlegen, was bei deinem Pferd am besten funktionieren könnte und viel ausprobieren. Eine andere tolle Entspannungsübung ist das Entspannungsquadrat, was Sabine von Clickerpony in diesem Artikel super ausführlich und mit Video beschreibt!

Was mir noch wichtig ist: Sobald dein Pferd auf ein Signal hin den Kopf senken kann, solltest du an der Länge der Übung arbeiten! Entspannen funktioniert weder beim Pferd noch beim Menschen in Sekundenschnelle!

Extratipp: Wenn du ein Wortsignal oder ein Zügelsignal für diese Übung einführst, kannst du sie auch jederzeit vom Sattel aus abrufen und so dein Pferd im Gelände bei kritischen Situationen schnell entspannen und zu dir zurück holen! 🙂

Sag ehrlich: Übst du das „Kopf tief“ auch oder bist du da eher schludrig (so wie ich?)?

Du clickerst?!!!!

Wer beim Lesen der Überschrift eine innere entsetzte Stimme gehört hat scheint ihn schon zu kennen: Diesen Satz, mit dieser einen Betonung – und dem einen Folgesatz, der immer kommt. Ist dein Pferd dann nicht schrecklich aufdringlich??

Nein, ist es nicht!

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Grundlagen des Clickertrainings – Höflichkeit

Der Einstieg ins Clickern

Du hast bereits verstanden, um was es beim Clickern eigentlich geht und wieso der Click für Lernerfolge so elementar ist? (Wenn nicht, dann empfehle ich dir meine kurze Erklärung hier)

Der perfekte Clicker ist gefunden, die Geschmacksprobe (Quer durch das Sortiment 1 und 2) ist durchgeführt und das perfekte Leckerli, sowie ein geeigneter Jackpot eingekauft? Außerdem hast du schon ein paar Trockenübungen durchgeführt? Das mag doof klingen, hilft aber enorm später das Timing hinzubekommen – Clicken, in die Tasche greifen, Leckerli „füttern“ – das ein paar mal geübt, führt dazu, dass du später schon routiniert bist und nicht durch unnötig langes Warten dein Pferd zum Drängeln einlädst.

Dann geht’s los! Aber wie?

Zum Einstieg muss natürlich erstmal das Pferd auf den Clicker konditioniert werden. Das geht eigentlich ganz einfach: In einem ungezwungenen Rahmen (ich arbeite mit Rán nur frei, sonst verliert die Clickerarbeit für mich die wichtigste Komponente – nämlich die Freiwilligkeit) macht man zunächst nichts anderes als Click + Belohnung (oder auch C+B) – das heißt, du clickst und fütterst in einem möglichst kurzen Zeitabstand (optimal: 2sec) ein Leckerli – du wirst merken, wann dein Pferd den Zusammenhang zwischen dem Geräusch und dem Gutti verstanden hat! Die meisten Pferde werden dann nämlich schnell gierig, aufdringlich, unangenehm. Genau hier greift dann die erste Lektion: Höflichkeit

In meinem Fall habe ich das so gemacht:

  1. Ich stand still und stumm neben Rán. Jegliches an mir Rumgesabbele habe ich hartnäckig ignoriert und bin auch kein Stück zur Seite gewichen.
  2. Irgendwann hat sie mal für eine Nanosekunde den Kopf weg vom Leckerlibeutel bewegt und da kam der Click!
  3. So ging es weiter, immer, wenn der Kopf weg von den Leckerlis ging, gab es C+B.
  4. Irgendwann habe ich damit begonnen, sowohl ein Körpersignal (erhobener Zeigefinger), als auch das Stimmsignal „Artig“ zu etablieren. Ich habe also meinen Zeigefinger gehoben, wenn Rán den Kopf weghat, und habe mit dem Click „Artig“ gesagt.
  5. Diese Übung mache ich jede Woche. Ein verfressenes Pony zu erziehen ist nicht sehr einfach. Nach einem ¾ Jahr kann Rán zuverlässig auf Fingerzeig und/oder „Artig“-Stimmsignal den Kopf wegdrehen und ruhig auf ihre Belohnung warten.
  6. Was sie noch nicht kann ist, dass sie das selbstständig bei jedem Leckerli macht. Das ist noch mein großes Endziel.

Ihr seht also, wie wichtig es ist, diese Übung zu Beginn gut zu etablieren und warum man sie immer wieder üben muss. Denn besonders bei Fressnasen dauert es einfach seeeehr lange, bis der Rüssel automatisch weg vom Futter geht!

Warum Höflicheit sonst noch sooo wichtig und elementar für das Clickern ist, erklärt Marlitt sehr schön in diesem Artikel, denn ich euch zu Beginn (oder auch mittendrin) sehr ans Herz legen möchte! Denn beim Clickern steigt das Erregungsniveau sowohl von Mensch, als auch von Pferd an und dies kann sehr leicht mit verstärkt werden:

„Wer dann auch noch mit einem schon leicht aufgeregten Pferd weiter übt, ein angedeutetes Schnappen trotzdem belohnt oder generelle Unruhe ignoriert, der wird eben diesen schon vorhandenen Erregungslevel in sein weiteres gesamtes Training immer weiter integrieren“ (Marlitt Wendt)

Lasst euch nicht verunsichern – Clickertraining ist anspruchsvoll für Mensch und Pferd und macht dennoch unendlich viel Spaß! Gerade dadurch, dass man auf so viele Kleinigkeiten achtet, entsteht am Ende etwas tolles, großes Ganzes!

Bleibt dran 🙂

 

 

Quer durch das Sortiment – Teil 2

Auf Grund einer Diskussion bezüglich: Was dem Pferd füttern, wenn es xyz nicht mag? ist die Idee für diesen Post entstanden.

Rán kriegt von mir meistens Karotten beim Clickern, Jackpot ist ein Apfel oder eine Birne. Viel kreativer war ich noch nicht. Da wir ja aber auch das leidige Grasproblem haben (Rán findet Gras attraktiver als mich und meine Leckerlis), musste ich mir wohl zwangsläufig ein paar Gedanken zum Thema Belohnungsfutter machen. Für meine Wellensittichbande daheim habe ich eine Liste ausgedruckt mit all den Knabbereien, die die Spatzis haben dürfen – da steht genau drauf, was man wie oft füttern sollte und dass beispielsweise Minze zwar nett ist, aber wirklich nur sehr selten gegeben werden sollte.

Jetzt habe ich mir gedacht: Warum nicht auch beim Ponyhütchen mal ein bisschen kreativ sein? Leider habe ich so eine tolle Liste für wählerische Clickerponys nicht gefunden…also bin ich in den Supermarkt meines Vertrauens gestapft und habe mich einmal quer durch die Obst- und Gemüseabteilung gekauft. All die Sachen dann zur Ráni geschleppt und probekosten lassen. Das Ergebnis dieses einmaligen Geschmackstest, kombiniert mit Hintergrundwissen (sozusagen den Do’s and Don’ts des Leckerlifütterns) sehr ihr nun hier:

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Was ist eigentlich Clickertraining?

Nachdem in den Foren und auf Facebook immer wieder gefragt wird, was Clickern eigentlich ist und warum ein Clicker das Training positiv beeinflussen kann, gibt es heute einen Grundlagen-Post, der das Prinzip Clickern erklärt.

Clickertraining basiert auf dem Prinzip des „Operanten Konditionierens“ nach Skinner. Dabei wird der Effekt genutzt, dass ein Verhalten umso öfter gezeigt wird, wenn auf eben dieses eine positive Konsequenz folgt. Im breiten Feld des Operanten Konditionierens bewegt man sich also genauer im „Lernen am Erfolg“ nach Thorndike. Für das Hütchen ist so eine positive Konsequenz eine Karotte, ein Apfelschnitz, ein Leckerli, etc. Bei manchen Pferden kann man auch mit einer Streicheleinheit loben (Rán steht halt mehr auf Fressen..)

Ganz besonders wichtig für dieses „Lernen am Erfolg“ ist, dass die Belohnung direkt auf das gewünschte Verhalten erfolgen muss. Der Zeitraum liegt bei Pferden hier bei max. 2 Sekunden. Und genau da kommt der Clicker ins Spiel: Das Klickgeräusch an sich ist keine Belohnung, sondern ein Markersignal für das gewünschte Verhalten. Der Clicker überbrückt also sozusagen den Zeitraum von der Markierung des richtigen Verhaltens bis zur Belohnung.

Ein praktisches Beispiel:

Ich möchte, dass Rán auf das Stimmsignal „Artig“ den Kopf von mir (und dem verführerischen Leckerlibeutel) wegdreht. Sie zeigt das richtige Verhalten – der Kopf geht weg von mir. Würde ich jetzt in den Leckerlibeutel greifen, um sie zu belohnen, kommt der Kopf ja sofort wieder zurück (logo, Rán will ja die Karotte) . Für das Hütchen bedeutet das: Sie lernt NICHT den Kopf wegzudrehen, sondern sie lernt, dass es belohnt wird, den Kopf auf mich und den Beutel zuzudrehen. Mit dem Clicker kann ich genau den Moment markieren, in dem der Kopf schön weit weg von mir ist, und danach das Leckerli geben. Somit lernt Rán also das richtige, von mir gewünschte Verhalten mit dem Signalwort „Artig“ zu verbinden!
Auf dem Bild sieht man, dass Rán die Übung schon ziemlich gut beherrscht und genau weiß, was ich von ihr will.

Wichtig für jeden ist: You get what you click!

Soll heißen – man muss sich wirklich genau überlegen, welches Ziel man erreichen will und in wie viele Teilschritte man es aufbrechen muss. Das oben gezeigte Beispiel ist eine Grundlagenübung,  mit der man ganz am Anfang arbeiten kann. Will man seinem Pferd aber Zirkustricks beibringen, wie beispielsweise sich hinzusetzen, dann erfordert das viele Teilschritte. Klickt man dabei im falschen Moment, oder verwirrt das Pferd, wird man sein Ziel nicht erreichen. Statt Harmonie, Vertrauen und Schabernack erreicht man dann nur Frust und Unlust.

Clickern hilft also nicht nur, eine positive Beziehung zum Pferd aufzubauen, die auf Vertrauen und positive Verstärkung setzt, sondern es hilft dem Menschen, klar zu werden und sich genau zu überlegen, wohin man will und welcher Weg für Pferd und Mensch am besten ist. Außerdem lernt man auch, einmal einen unkonventionellen Weg zu gehen, um ans Ziel zu gelangen – denn jedes Pferd und jeder Mensch lernt eben auf seine eigene Art und Weise!