Légèreté und Tölt?

Am vergangenen Wochenende war ich für einen Tages-Töltkurs auf dem Hof Pfaffenbuck in Ansbach angemeldet.

Fast alle unsere Ponys kommen von diesem Hof, deswegen fahre ich auch super gerne dort hin – zum einen kennen die Besitzer unsere Rasselbande noch sehr gut, zum anderen ist die Form der Ausbildung unseren Nasen vertraut. Leider konnte ich meine Rán nicht mitnehmen, lustigerweise ritt ich aber trotzdem eine Rán (und was für eine tolle Maus das war – leider fand sie die Idee hinter meinem Auto her nach Hause mitzulaufen eher doof, deswegen steht sie immer noch dort)

DSC04213

Insgesamt waren wir 9 Teilnehmer, die meisten mit eigenem Pferd.  Zweimal je 45 Min Reitstunde stand auf dem Plan, und zwischendrin den anderen Teilnehmern zuschauen und lernen. Die waren alle richtig gut, was mich etwas nervös gemacht hat. In der Vormittagsrunde hatte ich Glück, ich war Nummer 9 und damit alleine! Also extra viel Aufmerksamkeit für mich und meine tausend Fehlerchen. Mein Muskelkater freut sich auch über so viel Aufmerksamkeit Ziel einer jeden Stunde war natürlich: Taktklarer Tölt. Was sich so einfach hinhört, ist es aber nicht – jeder Reiter eines Nicht-Naturtölters weiß genau, was ich meine. Die 3-Gangpferdereiter erinnere ich an ihre ersten Trabversuche, die sicher weder schwungvoll noch losgelöst waren 😉 Aber wie komme ich nun zu diesem Endziel? Andrea Christl, unsere Trainerin, hat genau gesehen, wo es bei wem hakt – bei mir in erster Linie an der Erfahrung (unsere Rán ist in gesunden Jahren von alleine getöltet, ich hab nur das Tempo reguliert) und an meinen Händen. Hm, da hab ich ja schon erstmal geschaut! Sonst wurde ich doch für meine Hände immer gelobt und meine Beine waren das Problem…

Demi-Arret?!

Die Rán dort töltet auch sehr schnell sauber an, aber man muss schon was tun. Und genau das war so mega spannend für mich: Ich sollte mit Hilfen der Légèreté den Tölt erarbeiten und erhalten. Wenig bis kaum treibende Hilfen mit den Beinen, sondern mehr aus dem Becken und der Körperspannung. Im Mittelpunkt für mich stand das sogenannte demi-arret.

Guérinière beschreibt diese halbe Parade wie folgt:

„Die erste Wirkung, mit der Hand nachzugeben, um das Pferd vorwärts gehen zu lassen, ist eine Bewegung, die durch Absenken der Hand und eine etwas abwärts gehende Drehung der Nägeln bewirkt wird. Die zweite Wirkung, das Anheben der Hand, erfolgt,
indem man sie dem Körper nähert und mit etwas aufwärts gedrehten Nägeln nach oben führt. Diese letzte Hilfe dient dazu, ein Pferd anzuhalten oder eine halbe Parade zu geben
oder es auch Rückwärts gehen zu lassen.“ [Über die Reitkunst]

In unserem Fall war es eben die halbe Parade, die dann eingesetzt wurde, wenn das Pferd begonnen hat, sich auf das Gebiss zu legen und sich nicht mehr selbst zu tragen. Das demi arrêt wird benutzt um ein Pferd anzuheben, das mit dem Kopf zu tief und damit mit dem Gewicht auf die Vorhand kommt (außerdem kann man es auch zum Anhalten und Rückwärtsrichten einsetzen). Am wichtigsten ist jedoch, das eine richtige Reaktion des Pferdes sofort mit einem Sinkenlassen der Hand (Descente de main) belohnt wird. Andrea erklärt es uns so: Wenn wir am Zügel nach hinten ziehen, verformt sich das Gebiss zu einem V, welches die Zunge beengt. Führen wir die Zügelhand leicht nach oben (und nicht im geringsten nach hinten), so wirken wir auf die Maulwinkel ein. Dadurch wird die Hilfe präziser. Wichtig ist natürlich, dass kein dauerhafter Zug entsteht, sondern nur ein kurzes „Ruckeln“ (das dürfte wieder jedem Tölter bekannt sein) – nur eben nicht nach hinten-oben, sondern nur nach oben.

An dieser Stelle hieß es früher immer: Setz dich mehr nach hinten, Schenkel ran, treiben, klatsch mal die Gerte auf den Po und vorne ziehst du rhythmisch (???) nach hinten. Pferd zwischen den Hilfen einrahmen, dann macht es das nicht mehr…
Ihr könnt euch vorstellen, dass das mit viel Kraftaufwand verbunden ist und nur mäßig funktioniert. Am Ende solcher Stunden sind für gewöhnlich beide fix und fertig und sonderlich freudig wohl weder Pferd noch Mensch.

Dieses Demi Arret war da für mich wie eine Offenbarung. Ich hab in den Stunden viel mit Stimme und eben solchen Paraden gearbeitet und hatte dadurch stellenweise (wirklich nur stellenweise, ein Wunder ist nicht geschehen) einen so lockeren Sitz, dass ich zum ersten Mal gespürt habe, ob das Pferd im Tölt eine Pass- oder Trabverschiebung bekommt.

Mehr davon! Am liebsten gleich

Wenn es auch nur ein kleiner Einblick in die klassischere Richtung war, so hat mir dieser genügt, um zu wissen: Da will ich mehr lernen, das interessiert mich. Fan von FN- Reiterei war ich ja noch nie, es muss mehr geben, als das. Und dieses mehr – das will ich suchen, lernen, verstehen und bewerten!

 

Lesetipps:

Zügel kurz, Hand hoch, Tölt? von Christina beschäftigt sich mit Klischees und falschen Hilfen im Tölt

Line von Kultreiter fragt sich, wann sich die Dressur wieder an ihre klassischen Wurzeln zurückerinnert – an Leichtigkeit und Losgelassenheit?

Advertisements

Meine Top 3 gegen das Sommerekzem

Mit dem Frühling naht leider wieder die schlimme Zeit für alle Ekzemerponys. So schnell hast du dich gar nicht umgesehen, da ist die mühsam im Winter gezüchtete Mähne wieder abgeschubbert und die Schweifrübe blutig gekratzt. Wir haben letzten Sommer das erste Mal einen Selbstversuch gestartet und Rán ganz ohne Chemie behandelt. Das heißt, wir haben kein Equimyl und dergleichen verwendet, sondern versucht mit chemiefreien Produkten zu arbeiten.

Das hat wirklich super funktioniert! Rán sah nicht schlimmer aus, als in den Jahren zuvor (und sie schubbert wirklich sehr stark!).

 

Wie immer gilt: FRÜHZEITIG handeln!! Nicht erst, wenn die Mähne schon halb weg ist. Dann kann man nur noch retten. Sobald es wärmer wird muss konsequent die Decke drauf und die tägliche Pflegeprozedur begonnen werden. Nur so kann man schlimmeres verhindern. Für uns bedeutet das mit dem aktuellen warmen Wetter: Die halbe Decke ist schon wieder drauf und es wird fleißig geschmiert 🙂

DSC00416

Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, wie du deinen Ekzemer unterstützen kannst, viele Infos dazu findest du zB auch in dieser Facebook-Gruppe. Hier soll es wirklich nur um unsere Top-3 gehen, mit denen wir (also Ráns Besitzerin und ich) letzten Sommer sehr gute Erfahrungen gemacht haben! Weiterlesen

Wie du durch Clickern zum Filmstar wirst

Spannende Überschrift, oder? 😉 Clickertraining und Filmstar?

Sei ehrlich – hast du dich kurz in einer glänzenden Robe über einen roten Teppich vor einem ganz bestimmten Academyhaus in L.A. gesehen? Deinen Namen in einem innerlich ablaufenden Abspann gefeiert?

Weiterlesen

Gutscheincode für Schnäppchenjäger

Erst vor kurzem habe ich das Bild von diesem pinken Nylonkappzaum auf meiner Facebookseite gepostet. Ich bin nachhaltig immer noch so begeistert von dieser herrlichen Farbe ❤ Ich habe Kappzäume bisher wirklich immer nur in schwarz oder ganz selten mal in braun gesehen, aber noch nie in Farbe!

 

Für das Pony haben wir einen Lederkappzaum, den ich vor allem für die Arbeit nach Babette Teschens Longenkurs benutze. Aber an manchen Tagen wird Rán sehr knatschig, wenn ich ihr den schweren Zaum aufsetze, und lässt sich dann auch nicht überzeugen. Daher habe ich schon öfter darüber nachgedacht, mir doch einen Nylonkappzaum als Alternative zu kaufen – auch wenn davon im LK eher abgeraten wird. Ich vermute, dass gerade an solchen Tagen der Nylonkappzaum dann eher akzeptiert wird und wir dann doch etwas an dem Führen in Stellung etc. arbeiten können 🙂

Diesen schönen pinken vom Bild kannst du im Wanderreitershop kaufen. Aber keine Angst – es gibt nicht nur pink, sondern viele viele viele tolle, knallige Farben, zum Beispiel orange, rot, lila, grün…Ich habe schon mal ein bisschen im Onlineshop gestöbert und mich spontan in den Kappzaum plus die passende Longe verliebt (natürlich in pink für mich 😀 ). Aber auch für mich selbst hätte ich genug gefunden… Ich bin mir sicher, dir geht es auch so!

Der Wanderreitershop richtet sich in erster Linie an Western- und Freizeitreiter und hat wirklich ein unglaubliches Sortiment an allerhand Dingen, die man unbedingt braucht. Noch dazu eben viele Dinge in tollen Farben, wie ich sie sonst noch nicht wirklich gesehen habe 🙂 Ganz nebenbei steckt hinter dem Laden ein ganzer Wanderreiterbetrieb mit einer tollen Ranch – der Stormy Horse Ranch.

Die Inhaber der Ranch (und des Shops) geben Westernreitunterricht, organisieren geführte Wanderritte (die Gegend dort ist traumhaft, ich bin da jahrelang ins Zeltlager gefahren und viel rumgewandert, es ist einfach unfassbar schön!) und geben Kurse rund ums Pferd. Im Wanderreitershop kann man dann direktdie passende Reitkleidung und viele Westernreitsportartikel günstig einkaufen. Familie Braun sagt:

„Entspannen und lernen Sie auf der Stormy Horse Ranch, Sie werden es nicht bereuen! Genießen Sie bei uns einen Westernreiturlaub in erholsamer Familienatmosphäre. Wir freuen uns darauf!

Für mich ist die Ranch mit dem Laden ein regionaler Betrieb, den ich gerne unterstützen möchte. Regionale Betriebe liegen mir seit jeher am Herzen und ich finde auch, dass man da einfach zusammenhalten muss! Ich würde mich also sehr freuen, wenn ihr auf der Homepage und im Shop mal vorbeischauen wollt – und um das Shoppen zu versüßen, habe ich für die ersten 50 von euch einen Gutscheincode über 10% auf euren gesamten Einkauf!!

Was du dafür tun musst:

  1. Schick mir eine E-Mail an ponyliebe.gewinnspiel@gmx.de mit dem Betreff: „Gutscheincode Wanderreitershop“ und deinem Namen im Textfeld
  2. Die ersten 50 bekommen dann den Code zugeschickt 🙂
  3. Der Code ist vom 24.02. bis zum 31.03.2015 einlösbar! (Unter Gutscheincode im Shop 🙂 )

So einfach geht’s!

Meine 5 Survivaltipps für den Winter am Offenstall

Winter. Sofort entstehen Bilder von glitzernden Pulverschnee im Sonnenschein vor meinem inneren Auge.Endlos weite Strecken zum tölten und galoppieren. Vor Glück prustende Isländer und rotbackige Reiter, die gar nicht nach Hause wollen.

Quelle: Martina Wieland

Weiterlesen

Du clickerst?!!!!

Wer beim Lesen der Überschrift eine innere entsetzte Stimme gehört hat scheint ihn schon zu kennen: Diesen Satz, mit dieser einen Betonung – und dem einen Folgesatz, der immer kommt. Ist dein Pferd dann nicht schrecklich aufdringlich??

Nein, ist es nicht!

Weiterlesen