Meine 5 Survivaltipps für den Winter am Offenstall

Winter. Sofort entstehen Bilder von glitzernden Pulverschnee im Sonnenschein vor meinem inneren Auge.Endlos weite Strecken zum tölten und galoppieren. Vor Glück prustende Isländer und rotbackige Reiter, die gar nicht nach Hause wollen.

Quelle: Martina Wieland

Denn zuhause bedeutet: Schneeschippen am Stall, Wasserbottiche enteisen, erfrorene Karotten und erfrorene Mäuse, eingefrorene Finger, Bollernsuche auf dem Paddock, taube Zehen, kribbelnde Oberschenkel.  Was passiert, wenn der Schnee wieder geht, wollen wir hier gar nicht erst thematisieren (ich sag nur: Schlamm 😀 ).

Im dritten Winter bin ich nun in einem Selbstversorgeroffenstall gelandet und im ersten Winter hat uns der Stallbesitzer genau 1 Monat zugetraut und dachte, dann wären wir der vielen Arbeit überdrüssig und wieder weg. Aber wir Reitbeteiligungen sind hart im Nehmen – wir sind noch immer da. Ställe mit Heizung und Strom und fließendem Wasser kann schließlich jeder 😛

Und hier sind meine Top 5 Survivaltipps für den Winter am Offenstall. Exklusiv für dich!

1. Den Lagenlook mastern

Einmal reiten, misten und füttern am Offenstall bei Schnee sind ca 4h deiner Zeit. 4 Stunden bei Minusgraden sind laaaaaange, wenn man nicht richtig eingepackt ist! Daher hier mein ultimativer Lagenlook:

– Thermoskiunterwäsche (ich liebe meine Merinowollprodukte!)

– Thermo-Polar-Kniestrümpfe plus hasugestrickte Wollsocken; eventuell Heizsohlen oder Fußwärmer für ganz arge Frostbeulen

– eine Softshellskihose ist der Wahnsinn im Winter! Auf dem Sattel hab ich ein Lammfellpad und komme daher auch nicht ins rutschen 😉

– Fleece, am besten zwei Schichten am Oberkörper

– wasserdichte und winddichte Oberjacke

– warme Handschuhe

– zwei Mützen: Eine dünne zum unterm Helm ziehen (gut geht da zB auch so ein Buff-Tuch, wie es bei Tina beschrieben wird) und eine dicke, am besten zum vorne zubinden für die Stallarbeit – die hält den Wind auch von den Wangen ab

– ein Schlauchschal, meiner ist aus dickem Polarfleece und klasse – kann bei Bedarf auch noch über die Mütze gezogen werden und hält dann jeden kalten Luftzug vom Hals ab

– ganz wichtig! Ordentliche Schuhe 🙂 Ich hab so Winterstallstiefeletten, die unten aus Gummi sind, schön warm gefüttert! Extra flauschig durch eine Einlegesohle. Sonst kann ich wärmstens richtig gute Wintergrummistiefel empfehlen – ich muss auch ehrlich sagen: Für Winterschuhe Geld zu investieren, ist absolut sinnvoll!

– außerdem immer empfehlenswert: Ein Ersatzpaar Schuhe + Socken im Stall oder Auto lagern, für Notfälle 😉

Jetzt bist du zwar eingepackt wie ein Michelin-Männchen, aber ich garantiere dir: Du wirst es lieben! So angezogen friere ich wirklich nur bei Temperaturen ab -15 Grad und da sollte man dann wirklich nur noch das Nötigste am Stall tun, denn dann wird es für Mensch und Pony einfach zu kalt.

Winter-Michelin-Männchen und Flausche-Rán 😉

Super Lesertipp für Reitunterricht: Da es bei Reitstunden eher uncool ist, SO warm eingepackt zu sein, sollte die oberste Schicht Windstopperkleidung sein – dann kann man sich eine Unterschicht sparen und ist trotzdem wunderbar warm 🙂

Leseempfehlung von mir: Klaudia von Two Toned ist auch im Winter immer draussen unterwegs und deswegen bestens informiert, welche Kleidung richtig warm hält und welche Marken empfehlenswert sind. Ihre Erfahrung teilt sie mir dir hier.

2. Die Haut schützen

Trotz des Lagenlooks sind wenigstens ein paar Quadratzentimeter Haut noch frei und ungeschützt. Wir reiten bei uns lange Strecken übers offene Feld und auch am Stall pfeift der Wind ganz schön gemein um die Ecke. Da muss man wirklich auf seine Haut aufpassen! Ich schwöre dabei schon immer auf sogenannte Cold Creams, die viel Fett enthalten und die Haut effektiv vor solchen Extrembelastungen schützen. Ein toller neuer Begleiter von mir in diesem Winter ist die Aquaphor Creme von Eucerin (gibts in jeder Apotheke) – die pflegt die Haut reichhaltig und selbst meine sensible Gesichtshaut gibt damit endlich mal Ruhe! Ich bin nämlich der König der roten Flecken und schuppigen Stellen in Kombination mit Fettflecken 😀 Wenn meine Haut damit klarkommt, sollten viele Hauttypen keine Probleme haben.

Extratipp von mir für dich: Nach getaner Arbeit die Hände auch schön eincremen, bevors nach Hause geht. Wärmt die gleich ein bisschen auf und verhindert dieses eklige Spannungsgefühl von zu trockener Haut. Aber Obacht! Die Eucerin-Creme ist wirklich reichhaltig, die braucht einen Moment länger zum einziehen 😉

(Noch mehr extra: Abends die Füße dick einschmieren – herrlich!!)

Lesetipp: Line von Kultreiter hat der Hand- und Nagelpflege einen ganzen Artikel gewidmet!

 

 

3. Eine Kanne Tee dabei haben

Dieser Tipp ist wirklich multifunktionell! Ich habe den Tee nämlich aus drei Gründen dabei:

1. Ich kann das Gebiss kurz damit beträufeln, dann ist es mollig warm fürs Pferdchen und schmeckt noch gut 😉 (Ich habe in meinem Tee nur Tee, keinen Zucker o.ä.)

2. Tee wärmt von innen und unterstützt damit den Lagenlook. Außerdem geht nichts über eine gemütliche Ratschrunde nach dem Reiten bei einem Deckelchen Tee (Deckel = meine Teekanne hat diesen Trinkdeckel, keinen Becher oben drauf : D)

3. Rán kriegt im Winter ihren Abendeimer mit Tee vermengt, so das ein fester Batz entsteht. Im Tee lässt sich auch die Medizin gut verstecken, so dass wir sie problemlos ins Pony bekommen.

Ihr seht – die 5 Min Aufwand, bevor man losfährt, sind es wert! Tee ist einfach immer gut im Winter 🙂

 

4. Mindestens 2 Paar Handschuhe dabei haben

Besonders wenn ihr clickern wollt, dann empfehle ich schon fast drei Paar, nur zur Sicherheit. Ich hasse nichts mehr als kalte Hände im Winter. Beim Clickern leidet der Handschuh der Futterhand aber schon ganz schön und ist bei mir danach oft durchnässt (zumal ich einfach nicht mit meinen besten Handschuhen clickere, die sind fürs Reiten 😛 ). Was für eine Wohltat, wenn man dann ein Ersatzpaar dabei hat und wieder schön flauschig-warme Hände hat 😉

(Bei uns kommt noch dazu, dass wir so lange es nur geht unser Heu wässern und dabei trotz Gummihandschuhe immer irgendwie die Winterhandschuhe nass werden, dann ist es noch schöner, wieder trockene Hände zu haben 😛 )

5. Positiv denken!

Den Schnee wünscht sich ja fast jeder. So ziemlich jeder Reiter und besonders die Isi-Menschen träumt von einem spritzigem Galopp durch Neuschnee. Aber das der Schnee auch viel Arbeit mit sich bringt, verdrängt unser findiges Gehirn  gerne mal. Ich sehe es eher so: Damit man die schönen Dinge wirklich schätzen kann, gehören drum rum oft eher unschöne Kleinigkeiten, wie beispielsweise Schneeschippen (was aber schön warm macht!!) oder Bollerhaufen im Schnee suchen gehen (was tatsächlich eher nervig ist…). Dennoch versuche ich immer, diese Dinge eben als gegeben zu sehen und zu erledigen und mich dabei auf den schönen Ritt, die tollen Fotos, die wunderbare Ruhe und Atmosphäre in einem verschneiten Wald, etc zu freuen 🙂 Dann sieht die Winterwelt nämlich gleich viel schöner aus!

Bist du auch ein Offenstallmensch und hast noch mehr Survivaltipps für den Winter am Stall? Dann erzähl sie mir in den Kommentaren!

Natürlich darf jeder einen Tipp schreiben, auch wenn er nicht in einem Offenstall steht 😉

 

Quelle: © by SPotlight | Fotomomente -> Sabine Peters

Mehr Ideen rund ums Thema Stall und Reiten findet ihr bei Christina, die die 20 besten Life-Hacks gesammelt hat!

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13 Kommentare zu “Meine 5 Survivaltipps für den Winter am Offenstall

  1. So ist es!

    Ich empfehle noch wechselsocken, ein paar alte Schuhe im Stall bunkern falls man doch nass geworden ist.

    Und windstopper Bekleidung!
    Da spart man eine dicke schicht, grade super beim reitunterricht!

    • Yeah – super!! Stimmt, Wechselsocken und Schuhe hab ich auch immer im Auto!! (Gar nicht mehr dran gedacht, weil schon lange nicht mehr gebraucht). Das mit den Windstoppersachen ist super! Danke dir 🙂

  2. Nicht so viel meckern 😉 😀 Das bringt so viel bei mir 😀 . Uuuuund wenn es den Winter gar nicht geben würde, dann würden wir auch nicht zufrieden sein ( und die Eisbären auch nicht 😉 ) . Stellt euch mal eine Welt nur mit Sommer vor 😀 Das wäre doch unerträglich und dann würden wir wahrscheinlich alle vor Langeweile umkommen oder verdursten 😉 😀

    • Gaaaaanz genau so sehe ich das auch – siehe Punkt 5 😉 Und es ist ja wirklich nicht so, dass der Sommer als Pferdemädchen so erstrebenswert ist, ich sag nur: Mücken, Pferdebremsen, etc.

  3. Also, mich freut es unglaublich, dass immer mehr mit Offenstallhaltung ihre Pferde u. Pony s halten. Mir ist es egal welches Wetter das wir haben, alleine zu wissen, dass meine Pferde sich wohlfühlen und nicht in einer kleinen Box ihr Dasein tristen müssen ,stimmt mich glücklich!
    Artgerechte Haltung dankt einen das Pferd mit Gesundheit ,strahlenden Augen und frechem Ohrenspiel!
    Meine Beiden haben einen schönen Unterstand ein Stück Wald und Wiese zum austoben!
    Viele liebe grüße an alle Offenstallhalter!
    Eure Regina

  4. Ich stecke mir in meinen Overall (in den oberen Teil) die Trense meines Ponys und ein extra paar Handschuhe. Beides ist dann schön warm wenn wir fertig mit putzen sind 😉

  5. Es gibt so geniale Heiz-Dinger fuer Pferdetraenken, fuer ca 20 Euro auf Amazon, schaut da mal rein die sind echt goldwert. Einfach einstecken und in den Tank schmeissen. Wenn die Pferde es rausziehen, steine dranhaengen oder so. ICh liebe diese Dinger, die sind Tagsueber Solarbetrieben (passt auf dass das Solarteil nicht eingeschneit ist) und Nachts mit Strom aus der Steckdose. Also das ist mein Must-Have fuer den Winter im Offenstall 🙂
    Viele Gruesse und froehliches Frieren,
    Jana

    • Das ist wirklich eine super Idee! Wir müssten mit dem Solarmodul alleine auskommen, wir haben ja keinen Strom am Stall. Kann man das auch an Batterien anschließen? Wir haben nämlich eine selbstgebastelte Tränkenbatterieheizung für ganz finstre Nächte 😉

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