Clickern a la Kurland

DSC04923Immer mehr beschäftige ich mich in der letzten Zeit mit Möglichkeiten der Gymnastizierung durch Clickern. Dabei stoße ich auf Alexandra Kurland, die eine sehr eigene Clickerschule entwickelt hat, die ich persönlich wahnsinnig spannend finde 🙂 Leider ist es sehr schwer in Deutschland an Material zu gelangen – man kann Frau Kurland aber anschreiben und so Zugang zum Onlinevideomaterial (+ Lehrgang) erhalten. Bis jetzt halte ich mich an Heike und das Clickerforum, wo sehr intensiv und ebenfalls mit Videodokumentation die ein oder andere Kurland-Übung dargestellt wird.

Am interessantesten finde ich die Übung „Why would you leave me“. Das ganze ist eine Übung am Boden, im Zirkel, der mit 8 Hütchen markiert wird. Anfangs wird beim Erreichen jedes Hütchens geclickt, dann begonnen auf die Position des Pferdes zu achten. In der Endposition läuft das Pferd gebogen (ähnlich dem Schulterherein) vor einem her.

Da ich eh sehr gerne frei mit Rán arbeite, habe ich hier eine Möglichkeit gefunden, das ganze ein bisschen mehr in eine gymnastizierende Richtung zu biegen. Damit ihr versteht, wie das ungefähr gehen soll, habe ich hier mal ein Video von Heike und ihrem Pferd eingebettet, auf dem sie Schritt für Schritt die Anfänge erklärt.

 

Heike hat im Clickerforum so wunderbar erklärt, wie die Übung geht und warum man sie macht, dass ich sie hier einfach zitieren möchte, denn besser kann ich das auch nicht erklären:

„Es beginnt mit dem sogenannten PRE-WWYLM (nein, das hat nix mit Spaniern zu tun  :lol: ), wobei Du übst dass das Pferd mit Dir läuft, stehenbleibt wenn Du stehenbleibst und du als Mensch sozusagen Target wirst, an dem sich das Pferd orientiert.

Dazu geht man um einen Zirkel aus Pylonen und bleibt an jedem Pylon stehen und clickt, weil das Pferd bei einem geblieben ist. Dazu gibt es noch ein paar Feinheiten, wie immer – „Click für Verhalten, Futter für Position“ wird hier wichtig. Wenn Du also am Pylon stehenbleibst und gleichzeitig clickst und dein Pferd aber noch zwei Schritte weitergeht, bevor es stoppt, fütterst Du da wo Du möchtest dass sein Kopf gewesen wäre beim Anhalten. Dazu streckt man die Hand aus vor der Brust des Pferdes, was bewirkt dass das Pferd zurückgeht um an das Futter zu kommen. Nebenbei bekommt man also so ein Pferd, das sehr leicht und willig rückwärts geht auf deine Körpersprache hin (zum Pferd drehen, mit der vorher inneren Hand füttern). Wenn das gut geht, das Pferd also frei neben Dir hergeht, losgeht wenn du losgehst, stehenbleibt (und zwar exakt und prompt) wenn Du stehenbleibst, flüssig dreht (auch wieder durch Futterpräsentation nach dem Click), geht es ins nächste Stadium.

Vorher war das Pferd in Halfter und Strick, jetzt mit Kopfstück und trense und Zügel. Man bleibt auf dem Zirkel, hält aber nicht mehr bei jedem Pylon. Mit der Hinstreichtechnik nimmt man Kontakt am Zügel auf und fragt das Pferd danach, seinen Kopf hereinzunehmen. Alex [Kurland] spricht von einer imaginären Box, die man vor sich herträgt und in die das Pferd seine Nase stecken soll.  Jeder Minischritt auf dem Weg zu diesem Ziel wird geclickt.

Im Endeffekt geht das Pferd dann so um Dich herumgebogen neben Dir her. Im Idealfall schiebt es sich nicht über die Schulter, sondern hebt die innere Schulter um auf dem Kreis zu bleiben. du gehst deinen Weg und schiebst das Pferd vor Dir her – also auch eine Rangfrage, die man da nebenbei klärt, genau wie mit dem Rückwärts – und hinten beginnt das Pferd mit einem seitlichen Übertreten, also der Vorstufe für die Seitengänge. Das Ganze ist kein Schulterherein. Aber ein Vorstufe auf dem Verständnis dafür. Im Grunde  (für die Longenkursanwender) ist es das Führen in Stellung, aber ohne spurig zu laufen sondern bewusst hinten leicht kreuzend.

Der Hauptaspekt ist dass das Pferd in die Stellung gefragt wird und der Click kommt wenn es die Stellung von sich aus halten kann, wenn auch nur für einen Moment. Im Endeffekt verbessert diese Übung gewaltig die Schulterbalance und gymnastiziert die Hinterhand.
Und es sieht sehr nett aus, wenn das Pferd sich so frei um Dich wickelt.  :lol:

(Heike Uthmann, Clickerforum)

Ich habe mich mit Rán einfach auch mal todesmutig rangewagt, jedoch den Strick zunächst sehr schnell weggelassen – mich hat das Halten vom Strick am Anfang völlig überfordert, Clicker, Leckerli, Strick, aufs Pferd schauen, auf das Hütchen schauen, herrje…also hab ich den Strick weggelassen. Das führt natürlich dazu, dass das Pferdchen nicht immer gleich mitkommt, aber man sieht es auch auf Heikes Video: Auf der guten Seite funktioniert das Folgen tadellos, auf der schlechten muss man auch mal ein wenig abwarten. Genau so ist es bei Rán auch. Ich muss das nach und nach mal üben, den Strick dabei zu haben. Für den Beginn habe ich einfach mal nur versucht das Video zu imitieren und von Pylone zu Pylone zu laufen und ab und an einen Handwechsel mit einzubauen. Diese vermeintlich leichte Führübung ist irre schwer und ich glaube es wird einiges an Zeit dauern, bis ich das sogenannte PRE-WWYLM so gut kann, dass ich zum WWYLM übergehen kann! Dennoch – ich habe ja auch den Longenkurs hier und arbeite auch ab und damit – finde ich es irre spannend, dass in dieser Übung das FiS (=Führen in Stellung) aufgegriffen wird.

Zwar hab ich die Actioncam zum Filmen mitlaufen lassen, aber da ist irgendwas schief gegangen und ich hab jetzt nur schwarzes Bild mit Ton 😀 Ihr hört mich also überschwänglich quietschen und loben, aber man sieht mich halt nicht. Ich werde das nochmal versuchen und euch dann hoffentlich ein Video präsentieren können. Bis dahin: Schaut euch Heikes zahlreiche Videos an und sagt mir mal, wie ihr die Übung findet!

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Ein Kommentar zu “Clickern a la Kurland

  1. Also, ich finde die Übung auch super interessant! Hab mich aber allein da nicht ran getraut – hoffe immer noch das Heike mal ihre Mutter besucht 😉 Ansonsten üben wir fleissig meine Schulter als Target zu benutzen (das hatte ich im November mit Marlitt geübt ) und dies finde ich schon ausgesprochen schwierig.

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