Isländer – ein Rasseportrait?!

Da stehen sie, Denkmälern gleich
mit dem Rücken zum Wind
stumm und doch vielsagend
unbewegt und doch bewegend ausdrucksvoll
– so trotzen sie der klirrenden Kälte
Eiszapfen schmücken ihre z Mähnen
Schneeflocken fallen weich auf den winterlichen Pelz
und der Wind erzählt von ihren Sehnsüchten
– so harmonieren sie mit der Natur.

D. Hege-Treskatis

 

Warum eigentlich ausgerechnet Isländer?

Mit einer präzisen Antwort auf diese mir oft gestellte Frage tue ich mich immer etwas schwer. Das ist wohl wie in meiner empirischen Forschung: Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Aber verschiedene Ansätze. Ich probiers also mal mit denen.

– schon als kleines Kind haben mich diese „Ponys“ mit der Wuschlwallemähne und den treuen Augen begeistert

– die Isländer-Seite in meinem Pferderassenbuch ist die abgegriffenste

– von all meinen Schleichpferden (und ich habe eine beachtliche Sammlung!) habe ich nur die Isis doppelt und eine richtige Familie. Außerdem haben auch die mich immer treu in den Urlaub begleitet, wo ich ihnen sogar Heu frisch gemacht habe (es gibt analoge Beweisbilder in den Kellertiefen bei Mama)

– Reiten gelernt hab ich auf allen möglichen Ponys, auch Isis-Mix, das erste Mal saß ich allerdings auf einem Isi und wurde rumgeführt

– jahrelang bin ich Ponys geritten, nach meinem Wiedereinstieg das erste Mal wieder….Isis 😉 um danach Großpferd zu reiten aus Ermangelung eines Isis bei uns. Habe ja aber dann Rán gefunden!

Schon immer fasziniert mich diese Rasse. Ich kann wirklich nicht sagen woher das kommt. Hinter dem Wort Island steckt ein Zauber, den wohl nur begreifen mag, wer ihn selber spürt. Diese Pferde bringen so viel mit, was mir bei anderen Rassen einfach fehlt. Sie sind sanftmütig und klug, klein genug für mich und dennoch bärenstark, sie haben so treue Knopfaugen und tolle Wuschelmähnen, dass man sie einfach lieben muss. Hat man ein sanftmütiges Pferd vor sich, so erlebt man nach dem Aufsteigen den Wandel hin zu einem temperamentvollen, ausdauernden, rennbegeisterten Pferd, dass den Wind in der Mähne spüren möchte und Wind und Wetter trotzt.

Dennoch bleibt ein Isi ein normales Pferd. Entgegen all der Vorstellungen und Klischees können Isländer völlig normal laufen. Sie können Dressurlektionen erlernen und der Schwierigkeitsgrad richtet sich auch hier nach den körperlichen Voraussetzungen, so wie bei jedem anderen Pferd eben auch. Sie können springen, wenn auch nicht meterhoch – meistens lieben sie es, so wie jedes andere Pferd auch. Und wie jedes andere Pferd auch, ist ein Isländer nicht einfach so fürs Reiten geeignet, auch seine Rückenmuskulatur muss trainiert werden. Auch ein Isi kann über den Rücken und vorwärts-abwärts. Sogar im Tölt. Kein Isi muss wie eine Giraffe durch die Gegend rennen und ich bin mir ganz sicher, dass sich auch ein Isi mehr im Leben wünscht, als über die Ovalbahn zu laufen. Übrigens ist es einem Isi auch völlig egal, wie man ihn sattelt und nach welcher Reitweise man ihn reitet.

Ein Isi will verstanden werden. Er will einen Partner an seiner Seite, der ihn respektiert und zuhört. Der fair mit ihm umgeht. Der Abwechslung, Spaß und Liebe mit sich bringt. Dann belohnt der Isi den Menschen mit bedingungsloser Liebe und Hingabe, mit butterweichen Gängen und dazu 1-2 extra 😉

Warum trotzdem so ein Phänomen hinter dieser Rasse steckt, ja gar ein Kult, kann wohl niemand verstehen, der nicht selbst Teil eines solchen Kultes ist, sei es Araber oder eben Isländer. Aber eines weiß wohl jeder Islandreiter:

Ich habe ein wunderbares Pferd, es hat die Leichtigkeit des Windes und des Feuers Hitze, aber wenn sein Reiter es besteigt, ist seine Sanftmut nichts andres als die Ruhe vor dem Ausbruch des Sturmes.

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