Clickertraining: Apportieren Teil 2

Heute mal wieder neues aus der Rubrik Clickertraining, alias wir versuchen uns am Clickern und zeigen, wie man es nicht macht.

Ich möchte hier ja keine Anleitung geben, wie man gewisse Dinge bei jedem Pferd antrainieren oder anwenden kann. Ich verstehe die Rubrik hier eher als Trainingstagebuch von Rán und mir – die wir uns manchmal ja doch ein wenig schwer tun, aber mit viel Spaß und Freude rumprobieren und doch immer irgendwie ans Ziel kommen. Lernen tue dabei eigentlich nur ich – jedenfalls fühlt sich das immer so an 😉

 

Bereits seit einigen Wochen übe ich mit Rán das Apportieren. Ein Video von fast ganz am Anfang könnt ihr in diesem Post finden. Damals hatte ich noch mit einem sehr großen und dicken Hundespielzeug geclickert – Rán hat dieses zwar ins Maul genommen, aber es war doch schon etwas wie eine Maulsperre. Grund für das Monster war, dass das Pony ja grundsätzlich alles erstmal als Futter versteht und versucht, es möglichst schnell zu vernichten, bevor ranghöhere Ponys aufmarschieren und es ihr klauen könnten. Dieses Schicksal ist leider auch zwei vorangegangenen Trainingsobjekten ereilt – beim Lappen habe ich schon gekämpft, bei dem mit Plastikkügelchen gefüllten Werbekuscheltier stand ich kurz vor einer Panikattacke, als das Rántier doch tatsächlich versucht hat, einen Schenkel abzubeißen Oo Daher zog ich also los und suchte das dickste, größte, robusteste Apportierding, was es nur gibt.

Jetzt haben wir ein anderes 😀 Rán hat mir Apportierding Nr. 1 zwar das Prinzip verstanden und man hat gemerkt, dass ihr das wirklich Spaß macht (immer diese oral fixierten Ponys), aber sooooo gut lief es halt nicht. Ich also todesmutig nochmal in den Hundeladen vor Ort gefahren, wo man erst mal an 100 Mio. Dosen Pferdefleisch und eklig riechendem Zeug vorbeistapfen muss, bis man zur Clickerabteilung gelangt. Da dann stundenlang alle Apportiersachen in der Hand gehalten und abgewogen und schlussendlich durfte dieser „Knochen“ bei uns einziehen:

 

DSC01820

Apportieren mit Knochen

Was soll ich sagen: Der Kauf hat sich gelohnt! Rán liebt dieses Ding (Apportierding Nr. 2). Sie findet es gleich so großartig, dass sie bei einem Click nur sehr zögerlich davon ablässt, um sich das Leckerli abzuholen. Eigentlich will sie viel lieber spielen, spielen, spielen. Wir haben auf jeden Fall schon Fortschritte  gemacht – in 7 von 10 Fällen kann Rán das Ding vom Boden aufheben und behält es im Mund. Auf dem Video ist leider keine großartige Konsequenz zu sehen, denn das ist das Ende der Trainingseinheit – wir hatten die Idee mal mit unserer Spiegelreflex zu filmen und nur Probleme damit – von der selstsamen Farbgebung (es war schon orangenes Herbstlicht, aber so arg jetzt nicht?!) bis hin zu „Wo ist eigentlich das Video jetzt gespeichert?!“…nächstes Mal filme ich wieder mit der kleinen Kompaktkamera, das ist viel einfacher…! Daher gibt es leider von der mittleren Einheit, wo es wirklich spitzenobersuperduperklasse geklappt  hat, nichts, außer meine adjektivreiche Beschreibung, die ihr nun einfach glauben müsst. 😉

Zur Erinnerung sind dies meine geplanten Schritte:

Mein aktuelles Ziel ist folgendes:

Rán lernt das Spielzeug vom Boden aus hochzuheben und für eine kurze Zeit im Maul zu behalten.

Langfristig möchte ich eine Verhaltenskette aufbauen, die aus Hochnehmen – Bringen – Aufräumen bestehen soll. Das wird aber sicher noch eine ganze Weile dauern!

Das Vorgehen ist  wie folgt:

1) Traust du dich, dich dem Spielzeug zu nähern? √

2) Traust du dich sogar, es anzuschnauben oder es zu berühren? √

(Jackpot)

3) Schaffst du es, in das Spielzeug hineinzubeißen? √

(Jackpot, wenn ja)

4) Schaffst du es, das Spielzeug ein bisschen in deinem Maul zu behalten? √

(Jackpot, wenn ja)

5) Kannst du diesen Zeitraum Stück für Stück ausbauen? —> den Zeitraum bauen wir gerade aus.

Die nächsten Schritte sind dann, dass Rán zuverlässiger in die Mitte des Apportierdings Nr. 2 beißt – denn am Seilknoten tut sie sich einfach zu schwer, es dann lange im Maul zu behalten (lustigerweise frustriert es sie auch total, wenn sie nicht die Mitte erwischt, ganz nach dem Motto: „Moment, das ging doch gerade besser?“) und mit dem Ding im Maul ein paar Schritte laufen lernt. Dazu erhoffe ich mir, dass ich das mit dem bekannten Signal „Komm“ verbinden kann, dass todsicher sitzt und womit ich sie fast immer zu mir holen kann (nur manchmal gewinnt das Gras auf der Koppel 😦 ) . Aber noch bleibt es erstmal beim rumspielen und reinbeißen, denn die Signalkontrolle sitzt hier noch auf keinen Fall und ich will nicht zu überstürzt vorgehen!

Hier also das Video zum Apportieren 🙂

Weiter werden wir hier frühestens im Januar gehen, da ich im Dezember faul am Strand liege, bevor ich mich auf meine mündliche Abschlussprüfung vorbereiten muss. Wenn ich nur daran denke, dass ich das Pony so lange nicht sehe, wird mir schon ganz anders…

Für euch wird es aber normal weitergehen. Ich bin fleißig am Artikel vorschreiben, so dass es pro Woche 1-2 Artikel geben wird!

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4 Kommentare zu “Clickertraining: Apportieren Teil 2

    • Ahahhahahaha, wenn die erlaubte Musik nicht so grässlich wär, würde ich ja immer was drüberlegen. Ich schäme mich so. Ich kann auch echt gaaaanz normal reden, aber ich scheine das beim Pony zu vergessen -.- (Schlimmer als bei Babys…:D:D:D)

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